~*~ Bithyas kleine Welt ~*~

 

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Über

Kinofilme, Bücher und Geschichten, die ich selbst verfasse - das sind die drei zentralen Punkte, die meinen kreativen Geist tagein tagaus beschäftigen. Und genau darum - weil es mich so beschäftigt - teile ich meine Gedanken über Filme und Bücher, teile ich meine Kurzgeschichten hier mir euch.

Wenn es einen Kinofilm gibt, zu dem ihr gerne von mir eine Rezension lesen wollt, schreibt mir ruhig in's Gästebuch, ich werde sie liefern. Wenn ihr eine Anregung für eine Kurzgeschichte habt oder einfach nur meine Kreativität testen wollt - ich bin für jede Herausforderung zu haben, schreibt mir ruhig!

 

Thematisch ist dieser Blog auch in die drei Gebiete unterteilt: Film-Kritiken, Buch-Kritiken und Kurzgeschichten. Wähle einfach links aus, was dich interessiert, und stürze dich in's Lesevergnügen!

 

Ansonsten: Viel Spaß beim durchwühlen meines Blogs!

 



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Blog

Omega 3

Traurig starrte er geradeaus. Wenn er sie doch nur wieder bei sich haben könnte. Mit ihr reden, lachen, kuscheln…


Traurig wandte er den Blick von dem zerknitterten Foto ab. Diese Zeit würde nicht zurückkehren, nie wieder. Nicht seit der einen Nacht, in der sich alles geändert hatte. Nicht seit der Nacht, in der eine Gruppe der 'Anderen' sie aus dem Bett gezerrt & auf den fremden Planeten verschleppt hatte. Einen Zettel hatten sie ihm da gelassen: 'Sie gehört jetzt uns.'


Seufzend strich er über das Stück Papier in seiner Tasche, das er seit mehr als 2 Jahren mit sich herumtrug. 2 Jahre, in denen sein Volk keine Möglichkeit gefunden hatte, in die fremde Galaxie einzudringen und sie zurückzuholen…

 

Und nun? Nun war der Weg dorthin endlich offen, wöchentlich starteten Raumschiffe auf dem Weg in die weit entfernte Galaxie. Und immer noch war ihm der Weg versperrt, denn man ließ ihn nicht an Bord irgendeines Schiffes. Es würde nur wegen seiner Gefühle diese Reise antreten, hieß es. Einmal auf dem fremden Planeten angekommen, würde er seine große Liebe suchen statt sich an den Forschungsprojekten zu beteiligen, hieß es.

 

Seine Trauer wandelte sich in Wut. Was war nur mit den Menschen geschehen? Wenn er manchmal Bücher las aus vergangenen Zeiten, dann konnte er förmlich spüren, wie die Gefühle die Protagonisten umtrieben, wie jeder sich von seinen Emotionen leiten ließ und allein dadurch ein erfülltest Leben führte. Heutzutage war davon kaum noch etwas zu spüren. Gefühle waren nichts für die moderne Gesellschaft, sie führten nur zu Leid und Verdruss und versperrten den Blick auf die Zukunft. Immer wieder fielen diese Sätze, die ganze Erziehung, nein, das ganze Leben drehte sich darum. Sobald man auch nur einen Funken Gefühl zeigte, hatte man sich schon auf Jahre, wenn nicht für immer alle Berufschancen verbaut.

 

Genervt raffte Jon sich auf. Er durfte sich nicht wieder beim Träumen erwischen lassen. Die staatliche Raumflugbehörde hatte ihre Augen überall und wenn er jemals ein Schiff Richtung Giselle betreten wollte, dann musste er sich zusammenreißen und seine Gefühle, Gedanken und Träume verstecken. Er war ein intelligenter junger Mann, einer der besten in der Abschlussklasse 89’ der Astronauten damals. Nur sein Gefühlsausbruch nach der Entführung seiner großen Liebe war Schuld, dass er als einziger noch kein einziges Raumschiff betreten hatte in den letzten vier Monaten seit die Straße zum Omega-System entdeckt worden war.

 

Gelangweilt schaute er auf den Bildschirm vor sich. Ellenlange Zahlenkolonnen erstreckten sich da über die eine Hälfte, während die andere beständig eine Simulation der Omega-Straße abspielte. Tag um Tag saß er hier und berechnete, wie man hier oder da noch eine Winzigkeit Weg einsparen könnte, noch ein Stückchen schneller von einem Planten zum anderen reisen konnte. Eine sinnlose Aufgabe, denn mindestens zehn andere Astronauten berechneten exakt das gleiche – Astronauten, die gerade ihren Abschluss gemacht hatten und eine Aufgabe brauchten bis zu ihrem ersten Start.

 

In drei Tagen würde das nächste Raumschiff starten – das zweite, dass den Planeten ansteuern würde, auf welchem man seine Geliebte vermutete. Jahrelang waren die Wesen dieses Planeten auf der Erde ein und aus gegangen, doch nachdem sie Giselle entführt hatten, waren sie nie wieder gekommen. Keiner konnte sich erklären, wieso sie entführt worden war. Doch man traute sich auch nicht, die Entführer zu fragen oder gar eine Rückgabe zu verlangen: zu groß war die Übermacht dieses Volkes.

 

Jon hatte bereits vor zwei Tagen beschlossen, dass er an Bord des Raumschiffes am Samstag sein würde. Egal, was er dafür tun musste, er würde einsteigen und seine geliebte Giselle suchen. Die Mannschaft bestand aus auf Handel spezialisierten Astronauten, sie sollten schauen, ob ein Vertrag zwischen den beiden Völkern zustande kommen könnte. Es war eine friedliche Mission und zugleich würde sich die Delegation nach der Ankunft direkt zerstreuen – ideal, um auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Er würde an Bord sein. Koste es, was es wolle.

 

 

oOoOoOo

 

 

Aus dem Fenster beobachtete Jon, wie die Erde unter ihm immer kleiner wurde. Noch immer konnte er sein Glück kaum fassen. Zwei Astronauten waren am Morgen an Brechdurchfall erkrankt, sie fielen für diese Mission aus – und außer ihm war noch niemand bereit, diese zwei zu ersetzen. Zähneknirschend und mit Magenschmerzen hatte man schließlich zugestimmt, dass er mitfliegen durfte. Er hatte sich nicht mal irgendwelcher Tricks bedienen müssen, er war ganz legal an Bord. Natürlich wussten alle um seinen emotionalen Zustand hier, natürlich würde er auf Omega 3 niemals auch nur eine Sekunde aus den Augen gelassen werden. Doch mit diesem Problem würde er sich beschäftigen, wenn es soweit war. Erstmal genoss er nun den Flug und die wild aufkeimende Hoffnung, seine Giselle bald wieder zu sehen.

 

 

oOoOoOo

 

 

Ein Keuchen entfuhr Jon. Seit einer Stunde schon hetzte er durch die Hauptstadt des kleinen Omega 3 Planeten, immer auf der Flucht vor seinen Verfolgern. Kaum waren sie gelandet, hatte er sich abgesetzt von seinen Kollegen. Leider war sein Ausriss nicht so lange unbemerkt geblieben, wie er gehofft hatte. Nun lief er durch unbekannte Straßen, verfolgt von Menschen und den Bewohnern von Omega 3, die Gedanken stur auf Giselle gerichtet, um ja nicht aufzugeben, um sich nicht in sein Schicksal zu fügen.

 

Jon fluchte in Gedanken. Er war schon wieder in eine Sackgasse gelaufen und diesmal sah es nicht so aus, als könnte er sich verstecken. Gehetzt schaute er sich um – nichts als glatte Wände aus unbekanntem Material umgab ihn. Keine Möglichkeit, sich zu verstecken, seinen Verfolgern zu entkommen. Er konnte nur noch hoffen, dass sie nicht bemerkt hatten, dass er in diese Gasse eingebogen war – doch seine Hoffnung wurde enttäuscht.

 

Ein Strahl bläulichen Lichts fiel auf ihm, geblubberte Töne wurden in eine Art Funkgerät gesprochen und kurz darauf war er umstellt von den Polizisten dieses Planeten.

 

 

oOoOoOo

 

 

Ein leises Surren und Jon stand alleine in absoluter Dunkelheit. Ohne ihn zu befragen, ohne seine Kollegen von der Raumschiffmission zu informieren, hatte man ihn ins Gefängnis geworfen. Ein mulmiges Gefühl stieg in ihm hoch. So weit entwickelt dieses Volk war, eine ausgebildete Justiz schien es nicht zu kennen. Schon zu Beginn der Galaxieflüge war es ab und zu vorgekommen, dass einzelne Astronauten durch kleine Vergehen aufgefallen waren und sich plötzlich in einer Gefängniszelle wiederfanden. Dies war eine Gemeinsamkeit aller Omega-Planeten. Es waren traurige Einzelschicksale, man hatte diese Männer und Frauen nie wieder gesehen. Jon war klar, dass er nun wohl auch zu den Verschollenen gehören würde.

 

Ein Geräusch ließ ihn herumfahren. Ein Schluchzen war aus dem Nichts erklungen. Die Schwärze in dem Raum war so perfekt, dass er nicht mal erahnen konnte, wie der Raum geschnitten war – saß er in einem quadratischen Kasten? War es ein rundes Loch? Wo waren die Wände – und vor allem: Wo saß das Lebewesen, dass gerade so leise geschluchzt hatte?

 

Vorsichtig tastete er umher, kroch Millimeter um Millimeter voran, bis er schließlich warme, weiche Haut berührte. Es musste ein Mensch sein, der hier mit ihm zusammen gefangen war. Zögerlich sprach er ihn an, fragte nach Name und Geschlecht und Herkunftsort. Schon wollte er aufgeben, da keine Antwort kam, da erwiderte der Mensch vor ihm unbeholfen einige Worte.

 

Jons Herz machte einen Satz. Diese Stimme kannte er. Unter Tausenden würde er diese Stimme erkennen. Giselle. Ohne nachzudenken beugte er sich vor und zog sie in seine Arme. Kein Gedanke daran, warum ausgerechnet sie hier mit ihm eingesperrt war, warum sie geschluchzt hatte oder was ihre Anwesenheit bedeutete. Jetzt zählte nur eines für Jon: Sie im Arm halten, sie zu spüren, sie ganz dich bei sich zu haben.

 

Ein weiterer Schluchzer entrang sich Giselles Kehle, lauter als zuvor, verzweifelter. Doch bevor Jon fragen konnte, was der Anlass war, erwiderte sie seine Umarmung, suchte seine Lippen mit den ihren und erstickte alle Fragen in einem langen, verzweifelten, leidenschaftlichen Kuss.

 

 

oOoOoOo

 

 

Sie war bleich geworden. Die ewige Finsternis hatte Spuren hinterlassen und die einst wunderschöne Frau in einen Schatten ihrer selbst verwandelt. Trotzdem hatte Jon sie noch nie zuvor so stolz, so trotzig und so strahlend empfunden. Sie stand vor der gaffenden Menge mit aller Verachtung, die ein Mensch in so einer Situation aufbringen konnte. Jon selbst fühlte sich nicht in der Lage, diese Ausstrahlung zu übernehmen. Er fühlte nur noch Leere.

 

Seite an Seite standen sie vor einem riesigen Krater, in dem sich ein seit Jahrtausenden vor sich hinbrodelnder Lavasee befand. Er konnte die Hitze bis hier rauf spüren. Eine Hitze, die ihn innerhalb der nächsten Minuten zu Nichts verdampfen würde.

 

Das Leben war nicht fair, war es nie gewesen, das erkannte Jon jetzt. Er wusste nicht einmal den Grund, warum sie beide hier standen, und er würde ihn auch niemals mehr erfahren. Er wusste nur eines: Sein Leben würde enden, sehr, sehr bald.

 

Die Plattform, auf der beide standen, setzte sich in Bewebung. Langsam wurden sie bis zur Mitte des Lavasees geschoben, dann hielt die Plattform an. Gleich würde sie ruckartig weggezogen, dann konnte das Schauspiel beginnen. Die Bewohner von Omega 3 würden sich kreischend und blubbernd an den beiden qualvoll zugrunde gehenden Menschen satt sehen und dann wieder nach Hause gehen. Die Menschen auf der Erde würden ihn zu der Liste der Verschollenen hinzufügen – vielleicht.

 

Ein Krachen ging durch die Plattform, gleich war es soweit. Unter größter Mühe nahm Jon seinen Blick vom Lavasee und schaute seiner Geliebten direkt in die Augen. Sie schaute furchtlos zurück. Er sah, wie sie ihre Lippen öffnete und drei Worte formte:

 

„Ich liebe dich“

 

Die Plattform ruckte, dann fielen beide, metertief. Mitten in den Lavasee.

 

 

Ende

15.2.10 14:18


Kino: Sherlock Holmes

Sherlock Holmes hat es nun ganz neu ins Kino geschafft - mit in meinen Augen guter Besetzung der einzelnen Rollen! Besonders Rachel McAdams als Irene Adler hat mich sehr überzeugt, aber auch Jude Law als Dr. Watson und Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes lassen sich sehen. Mark Strong, der mir bis dahin unbekannt war, spielt den Bösewicht so ausgezeichnet, dass ich nicht umhin komme, mir weitere Filme mit ihm anschauen zu wollen.

Zur Story:
Sherlock Holmes verhaftet Lord Blackwood, einen Schwarzmagier, der reihenweise Frauen tötet. Vor seiner Hinrichtung teilt er Holmes mit, dass dies erst der Anfang eines viel größeren Plans sei. Zwar stellt Dr. Watson als sachkundiger Arzt den Tod Blackwoods nach dessen Hinrichtung (Strang) fest, doch kurz darauf wird er wieder unter den Lebenden gesichtet. Holmes & Dr. Watson widmen sich nun also der Aufgabe festzustellen, ob Blackwood tatsächlich noch lebt und wenn ja, wie dies gelingen konnte. Unterstützung erhalten sie dabei von Irene Adler, der einzigen Frau, die Holmes jemals als ebenbürtig anerkannt hat. Nebenbei geschehen einige Morde und andere skurile Dinge, Holmes hat also viel zu tun.

Meine Meinung:
Ich habe einige Holmes-Romane gelesen, das Bild, dass Conan-Doyle von ihm zeichnet, ist anders als der Holmes im Film. Beide sind extrem intelligent und können anhand von wenigen Indizien den genauen tathergang rekonstruieren, jedoch ist der Holmes aus dem Film schmutziger. Sein Charakter wirkt tiefer, er scheint mehr als bloß eine rationale, geniale Denkmaschine zu sein. Das ist ein grundlegender Unterschied, den wohl die eingefleischten Holmes-Fans niemals verzeihen können. Mich hat es allerdings nicht gestört.
Das Zusammenspiel von Watson und Holmes hingegen ist sehr gut gelungen, es ist stets von Ironie und gegenseitigem Necken gekennzeichnet, aber auch von Respekt und tiefer Freundschaft.
Irene Adler nimmt in diesem Film die Rolle der femme fatale ein, die selbst auch höchst intelligent und damit auch für Holmes begehrenswert ist - ein weiterer Unterschied zum Buch, wo die Gefühle Holmes für Irene Adler stets auf der rationalen Ebene bleiben.
Die Geschichte selbst passt sehr gut in die Reihe der Holmes-Geschichten, da sie anfangs übernatürlich und fantastisch wirkt, durch Holmes und Watson jedoch sämtliche Vorfälle wissenschaftlich erklärt werden können. Das ist auch der größte Reiz an diesem Film, denn der Bösewicht ist ja von Anfang an bekannt. Trotzdem gibt es immer mal wieder überraschende Wendungen und mit jeder Figur, die neu eingeführt wird, steigt die Unübersichtlichkeit. Wenn man dem Film folgen will, muss man also wirklich sehr aufmerksam sein, es ist eben doch irgendwo ein echter Holmes, mit dem hält man nicht so leicht mit.
Am Ende fügt sich alles zu einem großen Puzzle zusammen, man durchschaut den Plan von Blackwood und versteht, wie er ihn umsetzen wollte. Trotz allem bleiben einige Fragen ungeklärt und die Erwähnung des Professor Moriarty - bekannt als genialer Gegenspieler des Roman-Holmes - zum Schluss weist deutlich auf eine mögliche Fortsetzung hin.

Fazit:
Allemal sehenswerter Film, solange man über die nicht immer ganz korrekte Umsetzung der Holmes-Figur hinwegsehen kann. Ich werte ihn mit einer 2+.
 

15.2.10 14:17


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